Sebastian Nagel

In einer populären Fernsehshow für junge Leute hieß es vor vielen Jahren einmal: „Wieso, weshalb, warum – wer nicht fragt, bleibt dumm.“ Aber muss man immer alles hinterfragen? Alles in Grund und Boden analysieren, bis gar keine Interpretationsfläche, gar keine Freiheit, gar keine Romantik mehr übrig ist? Sebastian Nagel sagt dazu ganz klar: Nein. Seit 30 Jahren macht er Musik. Spielt Gitarre, seit er 13 ist. Nicht aus irgendeinem Grund. Nicht mit Agenda. Einfach nur, um Musik zu machen. „Ich liebe es, Musik zu hören und zu spielen“, sagt er dazu. „Zu Beginn ging es wohl auch bei mir darum, meine Idole zu imitieren, doch später genoss ich vor allem das unbeschreibliche Gefühl, mit Freunden Musik zu machen, aufzutreten, kreativ zu sein.“ Bis heute hat sich nichts daran geändert. Der Hamburger spielt in verschiedenen Bands, ist gefragter Studiomusiker für Künstler wie Rocko Schamoni oder Pete Doherty und verfolgt eine Solokarriere. „Jeder Bereich ist für sich reizvoll“, bringt es der studierte Musiker auf den Punkt. Verzichten könnte er auf keinen von ihnen, er braucht den Austausch innerhalb eines lebendigen Bandkollektivs ebenso wie die strukturierte Vorgehensweise als Studiomusiker oder die grenzenlose Freiheit des Solitärs. Hauptsache eben, man ahnt es schon, er kann Musik machen. Das tut er auf verschiedenste Art und Weise. Funk, Sixties, Avantgarde – bewusst klaubt sich Nagel Einflüsse, Aromen, Sounds und Instrumente aus verschiedenen Dekaden zusammen, zerlegt sie, seziert sie, verkostet sie und setzt sie wieder neu zusammen. Für sein neues Album schlägt er dennoch bewusst einen anderen Weg ein. Schlicht „Sebastian Nagel 1-5“ betitelt, lässt schon der Name des Werks an experimentelle Ambient-Werke denken. „Ich trage die Idee einer ruhigen Ambient-Platte schon einige Zeit mir mir herum“, so der Musiker. Schon zu Teenager-Zeiten von Brian Eno, Steve Reich, Kraut und progressiver Musik infiziert, lebte er diese Passion bislang nie flächendeckend aus. Bis jetzt. „Sebastian Nagel 1-5“ ist ein wunderbar ruhiges und stimmungsvolles, bewusst repetitives Werk, ebenso orchestral produziert wie minimalistisch gehalten. Weite Spannungsbögen, schwebende Sounds und melancholische Melodiebögen regen das Kopfkino an ohne es zu überfordern. Es sind sanfte, hypnotisierende Klänge, die Sebastian Nagel da zwischen März und November 2018 komponiert, aufgenommen und gemischt hat. Gleichermaßen sind sie stimulierend, lassen viele Dinge bewusst offen und umhüllen den Zuhörer ganz und gar. „Ich imitiere oder interpretiere kein Genre“, sagt er zu den sphärischen Stücken, „ich will mit dieser Platte auch in keine bestimmte Schublade.“ Einmal mehr verfolgt er keine Agenda, einmal mehr geht es hier nicht um „wieso, weshalb, warum“. Sondern einzig und allein um die wundersame Assoziationskraft der Musik. Die changiert von kristallinem Ambient zur entspannten Country-Nummer, von bittersüß perlenden Soundtrack-Momenten zum elektronischen Nocturne. Im Zentrum steht indes stets der Klang. Und der hat auch ganz ohne Worte seine eigenen Geschichten zu erzählen. Aufgenommen in seinem Home Studio, bei Clouds Hill Recordings und bei Michael Knarr in Lübeck, erzählt „Sebastian Nagel 1-5“ von Sehnsucht und Sorgen, von Freiheit und dem Reiz der Nostalgie. Weder retro noch Zeitgeist, weder vintage noch modern. Eben einfach Sebastian Nagel. Und das seit 30 Jahren.

Kontakt: daniel@cloudshill.com

EP

Sebastian Nagel

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17
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